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Alfons Spix

Tod im KZ

In der Zeit des Nationalsozialismus standen auch die Arnsteiner Patres wie alle christlichen Ordensgemeinschaften unter besonderer Beobachtung der Nationalsozialisten. Für den damaligen Superior des Klosters Arnstein, P. Alfons Spix SSCC, endete dies tödlich: Weil an seinen Gottesdiensten polnische Zwangsarbeiter teilgenommen hatten, wurde er 1941 von der Gestapo verhaftet und starb schließlich am 9. August 1942 im KZ Dachau.

Walter Spix hatte die Missionsschule der Arnsteiner Patres im niederländischen Simpelveld besucht; nach Ableistung seines Militärdienstes im Ersten Weltkrieg trat er 1919 als 25-Jähriger als Novize in die Kongregation in Arnstein ein, wo er den Ordensnamen Alfons erhielt. Er legte 1924 die Ordensprofess ab und wurde 1925 in Simpelveld zum Priester geweiht. Danach wirkte er als Lehrer an der Missionsschule in Lahnstein. 1928 wurde er Superior in Lahnstein, 1933 in Arnstein. 1935 wurde er Mitglied des Provinzialrates und 1938 stellvertretender Provinzial der 1920 errichteten deutschen Provinz.

Im Jahre 1941 schließlich wurde P. Spix von der Gestapo vorgeworfen, entgegen bestehender Verbote polnische Zwangsarbeiter zum Gottesdienst zugelassen und diese danach auch noch bewirtet zu haben. Da P. Spix aber glaubhaft machen konnte, dass er diese Verbote nicht kannte, begnügte sich die Gestapo zunächst mit einer deutlichen Verwarnung.

Als aber bald darauf erneut Polen den Gottesdienst besuchten - womit offenbar nach dem nun allgemein bekannten Verbot niemand vom Arnsteiner Kloster mehr gerechnet hatte -, wurde P. Spix am 19. November 1941 verhaftet und in das Frankfurter Polizeigefängnis überführt. Der damalige Chronist des Klosters Arnstein mutmaßte, der zur Verhaftung führende Gottesdienstbesuch der polnischen Zwangsarbeiter sei von einem Ortsbauernführer initiiert worden, um etwas gegen das Kloster Arnstein in der Hand zu haben.

Versuche, P. Spix freizubekommen, scheiterten. Ende Januar 1942 wurde er in das KZ Dachau überstellt. Infolge der schlechten hygienischen und medizinischen Verhältnisse und wegen der harten Arbeit im KZ erkrankte P. Spix. Am 9. August 1942 ist er in der Krankenbaracke von Dachau an Darmkatarrh gestorben.

Obgleich P. Spix kein Widerstandskämpfer war und sich in Briefen aus der Haftzeit sogar über die "Dummheit" aufgeregt hat, keine Vorkehrungen gegen den weiteren Gottesdienstbesuch von polnischen Zwangsarbeitern getroffen zu haben, wird man ihn gleichwohl als Märtyrer bezeichnen dürfen. In seiner Person hat sich nämlich die Gefahr konkretisiert, die konsequentes Christsein als eine dem Nationalsozialismus entgegengesetzte Grundhaltung für jeden Gläubigen im Dritten Reich bedeutete.