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Damian De Veuster
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Apostel der Aussätzigen

Der Name des Seligen Damian De Veuster ist untrennbar mit dem verknüpft, was man  um 1860 als "lebendige Hölle" beschrieb: die Aussätzigenkolonie Molokai. Dort wurden die Leprakranken der Hawaii-Inseln in einer unmenschlich anmutenden Weise "entsorgt". Aus Angst, dass die neu eingeschleppte – und damals noch unheilbare – Krankheit die Bevölkerung ausrotten könnte, kippte man die Kranken wie Müll an das Ufer der entlegenen Insel, von der sie nicht entkommen konnten, und überließ sie dort ihrem Schicksal. Auf dieser Insel landete 1873 ein junger Mann, der vom anderen Ende der Welt gekommen war.

Joseph De Veuster wurde am 3. Jan. 1840 im flämischen Tremelo als siebtes von acht Kindern einer Bauernfamilie geboren. Er hatte zunächst auf Weisung seines Vaters eine Handelsschule besucht, trat dann aber nach dem Vorbild seines älteren Bruders August der Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens an und nahm den Ordensnamen Damian an. 1863 sandte ihn der Orden als Ersatz für seinen an Typhus erkrankten Bruder in das damalige Königreich Hawaii.

Nach fast 150 Tagen auf See erreichte er Honolulu. In der dortigen Kathedrale wurde Damian am 21. Mai 1864 zum Priester geweiht. Danach arbeitete er als Priester auf der Insel Hawaii. Als der Bischof einen Seelsorger für die Aussätzigen suchte, die auf die Insel Molokaii deportiert wurden, meldete Damian sich als Freiwilliger.

Am 10. Mai 1873 kam er auf Molokaii an. Nachdem er erste Berührungsängste überwunden hatte, begann er, sich um die Ausgesetzten zu kümmern. Er pflegte ihre Wunden, sorgte für Kleidung und Medikamente, legte mit ihnen Äcker und Gärten an und ersetzte die alten Grashütten duch neue Holzhäuser. Er scheute sich nicht, die Kranken zu berühren und mit ihnen zu essen. Er baute eine Kirche und feierte täglich die Hl. Messe.

P. Damian De Veuster SSCC sollte 16 Jahre unter den Aussätzigen in Molokai leben und für sie der "Mann mit 36 Handwerken" sein, wie ein amerikanischer Besucher ihn beschrieb. Er war Gärtner, Wasser-Ingenieur, Schreiner, Verwalter und Vertreter der Abgeschobenen bei der Inselregierung. Er baute ein Waisenhaus, gründete ein Orchester und zimmerte selbst die Särge für die Verstorbenen. Vor allem aber war er Seelsorger und Priester. Durch sein Wirken wurde aus der "Insel der Verdammten" eine menschliche Siedlung, in der die Würde der Ausgestoßenen geachtet wurde.

1884 stellte man schließlich fest, dass auch Damian sich an der Lepra angesteckt hatte. Er wurde selbst aussätzig und äußerlich aufs Schlimmste von der Krankheit entstellt. Trotzdem arbeitete er weiter, bis schließlich seine Kräfte nachließen. Am Montag der Karwoche 1889, am 15. April starb Damian im Alter von 49 Jahren. Er wurde neben der von ihm erbauten Kirche auf Molokaii begraben. 1936 wurde sein Leib nach Belgien überführt und in der Krypta der Klosterkirche in Leuven beigesetzt.

1995 wurde er in Brüssel von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Sein Gedenktag ist der 10. Mai, der Tag, an dem er die Insel Molokaii betrat und seinem Leben eine entscheidende Wende gab.

Eine seiner eifrigsten Verehrerinnen von Pater Damian war Mutter Teresa. Im Mai 1984 schrieb sie an Papst Johannes Paul II: "Um die Arbeit der Liebe und Heilung bei den Aussätzigen weiterführen zu können, brauchen wir einen Heiligen, der uns führt und beschützt. Pater Damian könnte dieser Heilige sein - ein Heiliger und Martyrer von so großer Liebe."

Auch unter Nichtchristen wurde das Leben und Wirken von Pater Damian mit großem Respekt betrachtet. Mahatma Gandhi etwa sagte: "Die Welt der Politik und der Presse kennt nur wenige Helden, die mit Pater Damian von Molokai zu vergleichen sind. Die Mühe lohnt sich, nach der Quelle zu suchen, aus der so viel Heldentum kommt."

Am 11. Oktober 2009 wurde der Apostel der Aussätzigen von Papst Benedikt XIV. heilig gesprochen.

Logo zur Heiligsprechung am 11. Oktober 2009
Pater Damian auf dem Gemälde von E. Clifford
Pater Damian auf dem Gemälde von E. Clifford