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Einführung zu den Briefen

Einführung

Briefe von Pater Damian De Veuster
Einführung und Übersetzung
von P. Friedhelm Geller SSCC

„Was ihr einem der Geringsten getan oder nicht getan habt, das habt ihr mir getan oder nicht getan.“ (Mt 25, 45)
Damian hat einiges für die Geringsten getan. Ein früher amerikanischer Besucher beschrieb ihn als „Mann für alles, Zimmermann, Maurer, Bäcker, Bauer, Medizinmann und Krankenpfleger, auch nicht faul, sich als Mann zu erweisen, immer in Bewegung, vom frühen Morgen bis in die späte Nacht.“ (Ambrose Hutchinson, zitiert von Gavan Daws: Damian de Veuster, Freiburg 1988, 98)
Damians Missionarsleben dauerte 26 Jahre, von 1863 bis 1889. Davon verbrachte er zehn Jahre als „normaler Missionar“ auf der so genannten „großen Insel“ - Hawaii, dann 16 Jahre unter den Aussätzigen in Molokai. Damian war 23 Jahre alt, als er nach Hawaii kam, und 49, als er starb — ausgebrannt, sein Körper von der Lepra zerstört.
In seinem ersten Missionsbezirk tat er sich viel zu gute auf das Bauen von Kirchen und Kapellen, die ansehnlichen Zahlen der Getauften, die auf Pferderücken zurückgelegten Meilen. „Der Sattel ist mein Zuhause“, pflegte er zu sagen. In Molokai wurde er sehr bald von solch messbaren Äußerlichkeiten in die direkte Konfrontation mit den Aussätzigen geführt:
Damian ist ein echter Sohn seiner Gründer-Eltern — Marie Joseph Coudrin und Henriette Aymer — und ihrer Ordensfamilie, die sich den Herzen Jesu und seiner Mutter Maria verschrieben hat. Damian ist — im besten Sinne des Wortes — immer sentimental: von den Gefühlen, vom Herzen, von der Liebe, bestimmt.
„Sentire“ meint ursprünglich: hören, spüren, fühlen — also: die objektive, gegenüber liegende Wirklichkeit sehen, verstehen und darauf reagieren können. Nicht mit einem Fünfjahresplan, sondern mit den kleinen Dingen, die das Leiden vielleicht ein wenig vermindern. Schließlich: Leiden MIT denen, die leiden, leiden auch FÜR diejenigen, die ihren Teil des Leidens ablehnen.
Vier Beispiele dafür aus Damians Briefen und von Wende-Augenblicken in seinem Leben:
1865 —— als er auf der Insel Hawaii den neuen Posten übernimmt,
1873 —— als er nach Molokai kommt,
1885 —— als er sicher weiß, dass er Aussatz hat,
1889 —— der letzte Brief nach Hause.
Die hier dokumentierten Briefe sind an seine Eltern gerichtet, der letzte an den Bruder Pamfiel, an die Menschen also, die seinem Herzen am nächsten standen, und die uns deshalb auch einen Blick in sein eigenes Herz gestatten.