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April 2011

Japan nach dem Erdbeben: Bericht aus den Provinzen vor Ort

Vom Erdbeben in Japan zerstörte Kapelle der Ordensgemeinschaften der Heiligsten Herzen Mariens und Jesu

Der japanische Provinzial Pater John Yamada sscc berichtet über das schwierige Leben zwischen mangelnder medizinischer Versorgung und der radioaktiven Bedrohung

Am 11. März 2011 erlebten wir das größte Erdbeben in der Geschichte Japans mit 11.532 Toten, 18.260 Vermissten  und 172.894 evakuierte Menschen (Stand vom 1. April). Unsere Mitbrüder arbeiten in den zwei Präfekturen Ibaraki und Yamagata. Beide haben etwa den gleichen Abstand vom Epizentrum (250 bis 350 km). Ibaraki hat eine lange Küste, die durch eine vier Meter hohe Tsunamiwelle zerstört wurde.

 

Alle Mitbrüder haben die Katastrophe überlebt und auch keiner unserer Pfarrangehörigen oder Kindergartenkinder wurde getötet, wenngleich einige ihre Häuser verloren haben. Trotzdem hatten wir alle schwierige Tage. Bis zu zehn Tage waren wir ohne Strom und Wasser. Die Pfarrei Hitachi bekam ihr Wasser vor einigen Tagen zurück, Naka und Kashima sind noch immer ohne Wasser.

 

Wir befinden uns ungefähr 100 bis 200 Kilometer vom Kernkraftwerk Fukushima entfernt. Das Schlimmste für uns ist, dass es bis heute noch keine klare Lösung angesichts der gewaltigen Schäden gibt! Milch und Gemüse aus Ibaraki dürfen wegen der Radioaktivität nicht verkauft werden. Wir wurden gewarnt und müssen aufpassen, dass wir bei Regen nicht nass werden.

 

An verschiedenen Orten sind unsere Gebäude beschädigt. In Mito sind die Kapelle, der Konvent und alle Mauern aus Stein betroffen. Kapelle und Konvent können repariert werden, die Mauern aus Stein müssen neu aufgebaut werden. Das Gemeindehaus in Hitachi benötigt kleinere Reparaturen, der Kindergarten muss aufgebaut werden.  Daneben haben auch weitere Gebäude kleinere Schäden davongetragen…

 

Die Pfarreien in Yamagata, Shinjo und Nagai nehmen Menschen auf, die ihr Heim verloren haben. Die Pfarreien  Ibbaraki, Hitachi, Mito und Kashima beherbergen junge Freiwillige, die den Evakuierten helfen. Pater Martinus Pariyanto sscc und Pater Fransiscus Waluyo sscc helfen mit anderen Jugendlichen den Evakuierten in Oarai und Sendai, indem sie Nahrungsmittel, Wasser und Brennstoffe an diese Orte außerhalb der Präfektur liefern.  

 

Gesundheitlich traf es unseren Mitbruder Augustine Kobayashi sscc am schlimmsten. Das Krankenhaus, das er normalerweise für die Dialyse aufsuchte, wurde zerstört. Daraufhin musste er drei Mal in der Woche in das weit entfernte Krankenhaus in Mitlo. Er verließ das Haus um 09.00 Uhr und kam erst gegen 17.00 Uhr zurück. Die Dauer der Dialyse wurde von 4 auf 3 Stunden verkürzt, damit die vielen Menschen überhaupt dialysiert werden können, da viele Krankenhäuser zerstört sind. Vor kurzem fiel er nachts halb zwei um und musste mit dem Krankenwagen ins Hospital gebracht werden, wo er sich immer noch befindet.

 

 

Wir haben viele ermutigende E-Mails von Mitgliedern der Kongregation empfangen. Der Pater General hat den Anfang gemacht. Auch haben wir Spenden von Häusern außerhalb Japans empfangen. In dieser Situation durften wir den Familiengeist erleben. Im Namen aller Brüder in Japan und in der Provinz möchte ich meine tiefe Dankbarkeit für Gebete und die erfahrene Unterstützung ausdrücken.



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