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Juni 2013

Abschied von St. Antoine

"Ein Gläschen der Freundschaft" zum Abschied

"Ein Gläschen der Freundschaft" zum Abschied

Claude Stockebrand mit seinen beiden Nachfolgern, Spiritanerpatres aus Kamerun und Kongo Brazzaville.

Claude Stockebrand mit seinen beiden Nachfolgern, Spiritanerpatres aus Kamerun und Kongo Brazzaville.

Am 23. Juni ging für unsere Kommunität in Charleroi der Dienst in der Pfarrei zu Ende. Seit 29 Jahren war unsere Ordensgemeinschaft in dieser belgischen Industriestadt tätig, die mit dem Niedergang der Stahl- und Kohleindustrie schnell verarmte und zu einer Problemzone wurde. Die Pfarrei St. Antoine liegt in der sogenannten „Unterstadt“, wobei der der Ortsname unfreiwillig auch das soziale Umfeld beschreibt. Einst prächtige, aber heute verkommene Geschäftshäuser mit verlassenen Geschäften und Cafés. Die Straßen im Umfeld der Kirchen sind heute noch Zentrum der Prostitution, die im Viertel wohnenden Menschen sind arm und zum großen Teil Ausländer. Trotz vielerlei Baumaßnahmen ist das Stadtbild auch heute noch von Verwahrlosung und Armut geprägt.

Unsere wallonischen Mitbrüder übernahmen die Dienste in der Pfarrei, bemühten sich aber schnell, die Kirche zu einem Zentrum des Gebets und der Begegnung zu machen. Zusammen mit Laien der Gemeinde wurde der „Acceuil“ (Empfang) gegründet. In einem kleinen Raum hinten in der Kirche, konnte man  jederzeit einen Menschen antreffen, der zum Gespräch bereit war. Es war eine große Freude, als auch unsere Schwestern in Charleroi eine Kommunität errichteten. Von nun an begann eine enge und segensreiche Zusammenarbeit zwischen Schwestern, Brüdern und Laien der Pfarrei. Im Mittelpunkt standen einmal die Arbeit im „Accueil“, dazu kamen die gemeinsamen Gottesdienste: am Morgen Laudes und Eucharistiefeier, ein Mittagsgebet und abends eine halbe Stunde eucharistische Anbetung in der Tradition unserer Ordensgemeinschaft. Ein fester Bestandteil des religiösen Lebens war auch das wöchentliche „Bibel-Teilen“. Diese enge Zusammenarbeit von Brüdern und Schwestern war einmalig in Europa. Leider mussten die Schwestern im Jahre 2011 die Kommunität aufgeben, das hohe Alter unserer Brüder warf auch die Frage nach der Zukunft der Pfarrei auf. Das Bistum bestimmte deshalb, dass eine Kommunität afrikanischer Spiritanerpatres ab 1. Juli 2013 die Pfarrei übernehmen soll. Afrikaner - vor allem Kongolesen - sind die größte ausländische Gruppe in der Stadt und ihrer Umgebung, so dass der Gedanke nachvollziehbar ist. Schon jetzt wird  jeden Sonntagabend eine Messe für die afrikanischen Katholiken gefeiert.

Ende Mai verließen unsere Mitbrüder das Pfarrhaus, am 23. Juni erfolgte im Sonntagsgottesdienst die Verabschiedung unserer Patres aus dem Pfarrdienst. In einer feierlichen Konzelebration verabschiedeten sich die Brüder, am Schluss der Messe sprachen die Vertreter der einzelnen Gremien ihren Dank aus. Danach gab ein „Gläschen der Freundschaft“ hinten im Kirchenschiff, wo die Gelegenheit bestand, noch einmal persönlich ins Gespräch zu kommen.  

Unsere Patres werden weiterhin in Charleroi wohnen, eine Tatsache, die den Abschiedsschmerz vielleicht ein bisschen milderte. Der letzte Pfarrer Claude Stockebrand wird eine Auszeit in der französischen Ordensprovinz nehmen und in der Pfarrei St. Gabriel in Paris mithelfen.

 

Sr. Noelle mit Stock im Gespräch. Sie lebt heute in Löwen und gehört zu den letzten Schwestern, die Charleroi verließen.Ein Gedicht zum Abschied, links Claude Stockebrand, der letzte Pfarrer sscc von St. Antoine.

Sr. Noelle mit Stock im Gespräch. Sie lebt heute in Löwen und gehört zu den letzten Schwestern, die Charleroi verließen.

Ein Gedicht zum Abschied, links Claude Stockebrand, der letzte Pfarrer sscc von St. Antoine.



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