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Oktober 2013

Seligsprechung der 522 Märtyrer in Tarragona

Mysterienspiel am Vorabend der Seligsprechung in der ehemaligen Stierkampfarena von Tarragona

Mysterienspiel am Vorabend der Seligsprechung in der ehemaligen Stierkampfarena von Tarragona

Am 13. Oktober fand in Tarragona (Spanien) die größte Seligsprechung in der Geschichte der katholischen Kirche statt. „522 Märtyrer des 20. Jahrhunderts in Spanien“ - so die offizielle Bezeichnung des Ereignisses - wurden seliggesprochen. Unter den 522 Märtyrern befanden sich 5 Mitbrüder unserer Ordensgemeinschaft.

Der etwas sperrige Titel spiegelt die Probleme um diese Seligsprechung. Alle Märtyrer starben im spanischen Bürgerkrieg (1936 - 1939). Dieser Bürgerkrieg spaltet die spanische Nation bis heute. Die Fronten gingen quer durch die Familien; es gab Opfer in ein und derselben Familie Opfer auf beiden Seiten und die Rolle der Kirche vor dem Bürgerkrieg und später an der Seite Francos ist auch nicht unumstritten.

Gedenktag der „Martyrer des 20. Jahrhunderst in Spanien”

Der liturgische Gedenktag für die Martyrer des 20. Jahrhunderts ist der 6. November.

Es gibt noch keine eigenen Texte aber man kann die Texte für mehrere Martyrer außerhalb der Osterzeit nehmen.

Die neuen Seligen können in der Messe auf diese (oder ähnliche) Weise genannt werden:
…seliger Teófilo und seine Gefährten
oder
…Selige Teófilo, Isidro, Gonzalo, Eladio und Mario…

Die liturgische Farbe ist rot.

Gleichzeitig mit der Seligsprechung gab es eine kleine Gegendemonstration in der Stadt und der Gottesdienst selbst wurde zwei Mal durch Zwischenrufe gestört.

Die Seligsprechung legte Wert auf das religiöse Zeugnis. Die Opfer wurden nicht wegen ihres politischen Engagements geehrt oder etwa weil sie auf der „richtigen Seite“ standen, sondern ausschließlich wegen ihres Glaubenszeugnisses. Die Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien wurden ermordet, weil sie sich zu Christus bekannten und diesen Glauben auch angesichts hasserfüllter Verfolger nicht leugneten.

Tarragona wurde als Ort gewählt, weil es die „Märtyrerstadt“ ist. Hier starben bereits in der Römerzeit die ersten Christen der iberischen Halbinsel für ihren Glauben und hinzu kommt, dass die größte Gruppe der 522 aus dem Erzbistum ist.

Unter den 522 Märtyrern waren 5 Mitbrüder unserer Ordensgemeinschaft. Neun weitere fanden ebenfalls den Tod im spanischen Bürgerkrieg, wurden aber nicht unter die offiziellen Märtyrer aufgenommen, da ihr Leben und Sterben nur unzureichend dokumentiert ist. Es verwundert also nicht, dass dieses Ereignis auch ein internationales Treffen der Schwestern und Brüder sscc unserer Gemeinschaft wurde. Am Samstag, dem 12. 10 machten sich zwei Busse von Madrid auf den langen Weg nach Tarragona. Über 80 Schwestern und Brüder aus der ganzen Welt waren versammelt, dazu kamen Freunde und Mitarbeiter der Ordensgemeinschaft und die Schüler der Schulen, die wir in Spanien haben.

Spanische Schwestern unserer Gemeinschaft als aufmerksame ZuschauerP. Alfred Bell (im weißen Ordensgewand) steht in der Prozession der Postulatoren, um die Urkunden entgegennehmen.

Der Gottesdienst begann um 12.00 mit einer Grußbotschaft des Papstes. Moderne Technik machte eine Direktübertragung aus dem Vatikan möglich. Um 12.25 nannte Kardinal Amato: „Teofilo Fernandez de Legaria Coñi und 4 Gefährten aus der Ordensgemeinschaft der Heiligsten Herzen Jesu und Mariä und der ewigen Anbetung des Allerheiligsten Altarsakramentes“. Die Porträts der genannten wurden auf einen Großbildschirm projiziert. Mit dem Applaus musste man warten, denn erst musste man die Nennung der anderen Kandidaten abwarten, und das brauchte Zeit.

Jubel erhob sich als alle Namen verlesen waren. In feierlicher Prozession wurden die Reliquien zum Altar getragen und am Schluss nahmen die Bischöfe und Postulatoren der Ordensgemeinschaften die Bestätigungsschreiben entgegen. Für unsere Ordensgemeinschaft war dies P. Alfred Bell, der als Postulator (Sachbearbeiter für den Seligsprechungsprozess) die meiste Arbeit gehabt hat.

Spanischer Priesterstudent mit der Martyrerpalme, links P. Bernard Couronne (Franreich), einer der großen Kenner der Geschichte der Ordensgemeinschaft Internationale Begegnung (links: Alberto Toutin Generalrat aus Chile; in der Mitte P. Alfred Bell mit Generalrat Pankratius Olak aus Indonesien, links hinter ihm der aus Indien stammende Generalökonom Raja Sebastian; rechts der Obere der niederländischen Delegation Jan Munsters im Gespräch mit Generalsekretär Remi Liando aus Indonesien (mit Hut).25.000 Pilger waren zu dem Gottesdienst im Hafengelände von Tarragona gekommen. Es war eine würdige und gelungene Feier, die zudem vortrefflich organisiert war. Sie stärkte sicher den Zusammenhalt der versammelten Gläubigen. Der Gedanke der Versöhnung war sichtbar und man bemühte sich, alte Wunden nicht aufzureißen, aber ein klareres Wort gegenüber denjenigen, die sich durch das Verhalten der Kirche verletzt und irritiert fühlten, hätte man sich schon gewünscht.

Für die Ordensgemeinschaft war es lebendiges Fest der Begegnung. Der Tag der Seligsprechung wurde in Madrid an den Gräbern der Märtyrer in der Pfarrkirche „Padre Damian“ beschlossen. Hier gibt es eine Seitenkapelle mit den Heiligen und Seligen der Kongregation: eine Statue des hl. P. Damian, ein Relief des selige P. Eustaquio befanden sich hier bereits. In fünf Nischen ruhen die sterblichen Überreste der fünf Märtyrer, darüber hinaus erinnert ein Kreuz mit den Porträts an die neuen Seligen.

Martin Königstein im Gespräch mit Pankras Olak (Indonesien)Die Gräber der Martyrer hinter den Metallplatten mit Erinnerungtstafel und der Martyrerpalme von Taragona Erinnerungstafel in der Kirche „Padre Damian“ in Madrid



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