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Mai 2014

Abschied vom Brohltal

Pater Wolfgang Nick

Abschied vom Brohtal

Weihbischof Peters verabschiedet die Ordensgemeinschaft aus dem Brohltal

Niederzissen – 87 Jahre lang waren sie aus dem Brohltal nicht wegzudenken: Die Arnsteiner Patres von der Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens, abgekürzt SSCC. Mit Pater Wolfgang Nick, ehemaliger Dechant des damaligen Dekanats Brohltal und Kooperator in Niederzissen, geht zum 31. Mai der letzte Arnsteiner Pater. Am 27. Mai hat die Gemeinschaft sich in einer feierlichen Vesper mit dem Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters, Provinzial Heinz-Josef Catrein und Pfarrer Peter Bollig in der Pfarrkirche St. Germanus verabschiedet.


„Dieser Abschied ist traurig, denn gerade heute braucht die Kirche solche Zeichen, wie sie die Arnsteiner Patres durch ihr Wirken hier im Brohltal gesetzt haben“, sagte Peters während der Vesper in der gut gefüllten Pfarrkirche. „Ich sage in tiefer Verbundenheit ein großes Dankeschön und „Vergelt’s Gott“. Er unterstrich weiter: „Wir haben in der Lesung gehört, dass die Kirche aus lebendigen Steinen gebaut ist, die sich gegenseitig tragen und stützen. Durch ihr Leben, ihre Arbeit, haben die Arnsteiner ein Zeugnis dafür gegeben. Sie haben nicht nur untereinander eine herzliche Gemeinschaft, sondern waren als Seelsorger in den Pfarreien für die Menschen da.“ Peters erinnerte an die Anfänge der Kommunität im Brohltal in der Eifel. Sie sei 1927 während der Weimarer Republik entstanden, als nach dem Kulturkampf Bismarcks wieder Ordensgründungen in Deutschland möglich waren. Die Arnsteiner hätten zunächst in Weibern, ab 1948 bis 1960 dann in Burgbrohl ein Noviziat unterhalten. Ab 1962 habe dann die Zeit der Pfarrseelsorge im Auftrag des Bistums Trier begonnen. Zeitweise seien bis zu zehn Patres in der Alten- und Krankenseelsorge, der Gemeindeseelsorge und der Jugendarbeit eingesetzt gewesen. Als Kapläne, Pfarrer, Dechanten hätten sie die Pfarrseelsorge im Brohltal geprägt.


Die Arnsteiner, die damals von Holland hierher kamen in einer unsicheren Zeit, müssen entweder verrückt oder von einem unverschämten Gottvertrauen erfüllt gewesen sein“, sagte Provinzial Heinz Josef Catrein. Er danke den Brohltalern vor allem für die große Gastfreundschaft und das Wohlwollen, mit dem die Gemeinschaft vom ersten Moment an aufgenommen worden sei. „Was wäre ein Geistlicher denn ohne seine Gemeinde? Für uns ist es schmerzhaft, jetzt festzustellen: Es geht nicht mehr.“ Von 200 Mitgliedern 1970 sei die Gemeinschaft in Deutschland auf aktuell 45 geschrumpft. 1927 sei es ein mutiger Schritt gewesen, ins Brohltal zu kommen und auch mit dem Abschied 2014 breche nun etwas Neues an. „Es soll mit dem gleichen Gottvertrauen weitergehen!“ Johannes Bell, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Brohltal, schloss sich dem Dank an die Patres an. 87 Jahre lang hätten sie die Menschen nicht nur bei kirchlichen Anlässen wie Taufen, Kommunion, Firmung, Hochzeit und auf dem Sterbebett begleitet. „Sie waren in allen Lagen Ansprechpartner und Seelsorger im besten Sinn. Wir haben uns immer gut aufgehoben gefühlt.“ Er wolle nicht verschweigen, dass die Arnsteiner eine große Lücke hinterließen, die das Bistum nun hoffentlich zu füllen wisse. Untermalt wurde die Vesper von einem Projektchor aus der Pfarreiengemeinschaft Brohltal.


Der 1800 in Frankreich gegründete Orden teilt sich in einen Männer-, einen Frauenzweig und einen weltlichen Zweig. In Deutschland heißen die Patres „Arnsteiner“ nach Kloster Arnstein bei Nassau an der Lahn. Heute besteht der Orden noch aus 500 Schwestern und 800 Brüdern, die in 25 Ländern leben und arbeiten.

Chor Gruppe Pater Nick Patres Vesper


Titelbild und Text entnommen: http://www.bistum-trier.de



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