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Oktober 2014

Kirchenjubiläum in Levanger (Norwegen)

Ein typisch norwegischer Festtagskuchen: eine „Kalorienbombe“ aus Sahne und Marzipan

Ein typisch norwegischer Festtagskuchen: eine „Kalorienbombe“ aus Sahne und Marzipan

Ein Eindruck vom Gottesdienst

Ein Eindruck vom Gottesdienst

Die internationale Festgemeinschaft mit den französischen Zisterziensern von Munkeby und einer der Trappistinnen. Der vietnamesische Priester war einer der früheren Pfarrer der Pfarrei.

Die internationale Festgemeinschaft mit den französischen Zisterziensern von Munkeby und einer der Trappistinnen. Der vietnamesische Priester war einer der früheren Pfarrer der Pfarrei.

Hanna Mersch – die das Altenheim bei der Gründung leitete – bei Ihrer Festrede

Hanna Mersch – die das Altenheim bei der Gründung leitete – bei Ihrer Festrede

Der Probst der lutherischen Staatskirche überreicht sein Geschenk. Rechts mit den Kopfhörern (Hörgerät) P. Olav Müller (90)

Der Probst der lutherischen Staatskirche überreicht sein Geschenk. Rechts mit den Kopfhörern (Hörgerät) P. Olav Müller (90)

Drei ehemalige und der jetzige Pfarrer der Gemeinde beim Anschneiden der Festtagstorte

Drei ehemalige und der jetzige Pfarrer der Gemeinde beim Anschneiden der Festtagstorte

Vietnamesische Katholiken auf dem Weg zum Festgottesdienst

Vietnamesische Katholiken auf dem Weg zum Festgottesdienst

Am 27. und 28 September diesen Jahres feierte die katholische St. Torfinngemeinde in Levanger ihr 50-jähriges Jubiläum. Die Geschichte der Gemeinde ist eng mit den Arnsteiner Patres verbunden.

1932 erhielt die Deutsche Provinz der Arnsteiner Patres vom päpstlichen Werk für die Verbreitung des Glaubens (Pro Propaganda Fide) die Verantwortung für die Prälatur Trondheim in Mittelnorwegen. Die Prälatur bestand damals aus zwei Gemeinden. Unter der Leitung unserer Patres wurden in den folgenden Jahren drei neue Pfarreien gegründet. Alle heute bestehenden Kirchengebäude wurden unter der Verantwortung unserer Mitbrüder errichtet. Levanger nördlich von Trondheim ist die jüngste Gründung. Bischof Rüth wollte in jedem „Fylke“  (Regierungsbezirk) eine Kirche errichten und begann im Fylke Nord Tröndelag nach einem geeigneten Ort zu suchen. Die Aufnahme in Levanger war wohlwollend und so wurde 1964 dort die St. Torfinn Kirche gebaut und die Gemeinde errichtet. Im Stile der Zeit wollte der Bischof nicht nur eine Kirche, sondern auch eine soziale Einrichtung, die den Menschen dient. Gleichzeitig mit der Kirche wurde deshalb das Altenheim St. Eystein eingeweiht. Vier Schwestern vom Säkularinstitut St. Bonifatius kamen von Deutschland nach Levanger und leiteten das Heim.

Bei ihrer Gründung zählte die Gemeinde 31 Mitglieder: einige wenige Norweger und europäische Ausländer. Vorher wurden sie von Trondheim aus betreut und in den 60-er Jahren übernahm Pater Olav Müller die Seelsorge für die Katholiken. Sein Transportmittel war ein Motorrad, bei dem auch schon einmal Bischof Rüth auf dem Sozius mitfuhr. Erster Pfarrer der Pfarrei war Pater Matthias Scherf aus Mayen.

Die Gemeinde wuchs rasch. Ende der 70-er Jahre kamen die ersten Vietnamesen und Filipinos in das Land, gefolgt von Tamilen, Afrikanern und vielen anderen Flüchtlingen. Seit dem 2. Weltkrieg verzeichnete man auch einen ununterbrochenen Zustrom von Polen, der massiv anstieg, als Polen der Europäischen Gemeinschaft beitrat. An ihrem 50. Geburtstag zählte die Gemeinde 1700 Katholiken, die Hälfte davon stammt aus Polen.

In der Pfarrei Levanger entstanden in den letzten 20 Jahren zwei neue Klöster. Das Kloster der Trappistinnen auf der Insel Tautra und ein Zisterzienserkloster in Munkeby. Wie überall in Norwegen ist Levanger eine Ortskirche im Aufbruch und im Wachstum.

Das Jubiläum wurde an zwei Tagen gefeiert. Der erste Tag war für geladenen Gäste: Priester und Ordensleute aus Norwegen, Vertreter der lutherischen Staatskirche und andere Vertreter des öffentlichen Lebens. Von unserer Ordensgemeinschaft waren Pater Olav Müller und Pater Heinz Josef Catrein zugegen. Pater Olav war neben Hanna Mersch – der Leiterin des Säkularinstitutes St. Bonifatius – der letzte lebende  Zeitzeuge der Gründergeneration;  Pater Heinz Josef hatte 9 Jahre in der Pfarrei als Pfarrer gearbeitet. Er hielt die Festpredigt und hatte die Freude, einen seinen ehemaligen Messdiener aus Trondheim als jetzigen Pfarrer der Gemeinde mit sich am Altar zu haben. Der Generalvikar des Bistums stand als Vertreter des Bischofs der Liturgie vor. Beim anschließenden Festakt gab es viele Lobesworte. Die katholische Gemeinde und die beiden Klöster sind gut in das öffentliche Leben eingebunden und der lutherische Probst als Vertreter der Staatskirche betonte die Brückenbauerrolle der katholischen Kirche als Heimat für viele Einwanderer und als engagierter Partner im ökumenischen Dialog.

Der zweite Tag war der Tag der Gemeinde. Die Kirche platzte aus allen Nähten. Nach dem Hochamt wurde zu einem Festmahl in einem angemieteten Saal geladen. Nach norwegischem Brauch hatte jeder etwas zu Essen mitgebracht und es gab einen bunten Tisch mit Speisen aus fast allen Küchen dieser Welt. Dazu ein Kulturprogramm, das die Vielfalt der Gemeinde spiegelt: eine Tanzvorstellung philippinischer Jugendlicher,  polnischer  Gesang mit Instrumentenbegleitung, ein Chor aus Eritrea und eine norwegische Geigerin mit ihrem Sohn, um nur einige zu nennen. Alles lief in einer harmonischen Atmosphäre ab und war Zeugnis einer jungen, lebensfrohen Kirche.

Heinz Josef Catrein SSCC



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