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April 2016

Nach 72 Jahren wieder aufgetaucht:

Brief von 1943

Brief von 1943

Pater  Olav  Müller SSCC predigt in der St. Ansgar Kirche in Kristiansand

Pater Olav Müller SSCC predigt in der St. Ansgar Kirche in Kristiansand

Ein „gefährlicher“ Brief aus dem Exil

Flüchtlinge sind kein neues Phänomen. Unser norwegischer Mitbruder Olav Müller zog schon als 16-jähriger die Aufmerksamkeit der Gestapo auf sich und musste von Trondheim aus in das neutrale Schweden fliehen. Seine Familie wusste nichts von seinem Schicksal, denn Briefverkehr zwischen den beiden Nachbarländern war damals nicht möglich. Olav Müller gelang es schließlich, illegal einen Brief über die Grenze  zu schmuggeln, der dann innerhalb Norwegens mit der regulären Post den Eltern in Trondheim zugesandt wurde.


Der Inhalt des Briefes war für die Empfänger höchst gefährlich. Olav schrieb zunächst, dass er auf dem Flüchtlingsgymnasium untergekommen war. Für seinen Vater – einen hoch angesehenen Studienrat in Trondheim - war dies sicher eine gute Nachricht. Er schrieb weiterhin, dass es sein heißester Wunsch sei, gegen die Deutschen zu kämpfen, und dass er alles tun wolle, um nach England zu kommen.


Es folgen einige drastische Worte über die besch….Kälte in den Wäldern und über eine Botschaft des norwegischen Königs, der seine Landsleute in Schweden – sicher nicht ohne Grund – aufforderte, sich als würdige Repräsentanten des Vaterlandes zu erweisen und sich körperlich in Form zu halten.


Es hätte für die Eltern üble Folgen gehabt, wenn der Brief in falsche Hände gefallen wäre. Der Vater versteckte ihn so gut hinter der Holzverkleidung eines Abstellraumes, dass er dort 72 Jahre lang unentdeckt blieb.


Durch einen Zufall kam Pater Olav mit den heutigen Bewohnern des Hauses in Kontakt und erzählte von seinem Brief. Sie ließen nicht locker, machten sich auf die Suche und entdeckten den Brief tatsächlich in einer Mauerfuge hinter der Holzverkleidung. Der Norwegische Rundfunk und auch die Lokalzeitungen machten eine große Reportage daraus.


Ein Zeitungsfoto zeigt den heute 92-jährigen mit dem Brief, der vor 72 Jahren auf so verschlungenen Wegen nach Trondheim kam. Im Rundfunk las Pater Olav einzelne Abschnitte daraus vor und beantwortete die Fragen des Moderators.


„Ich war damals ganz schön leichtsinnig!“, so die Einschätzung Pater Olavs am Ende dieses Gesprächs.



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