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November 2016

Einweihung der neuen St. Olav Kathedrale in Trondheim

Die neue Kirche

Die neue Kirche

Die alte Kirche

Die alte Kirche

Bischof Bernt Eidsvig, Bischof von Oslo, Administrator von Trondheim

Bischof Bernt Eidsvig, Bischof von Oslo, Administrator von Trondheim

Inneres der Kirche

Inneres der Kirche

Am 19. November 2016 wurde die neue St. Olav Kathedrale in Trondheim feierlich von  Cormac Kardinal Murphy-O’Connor, dem ehemaligen Erzbischof von Westminster eröffnet. Neben dem Kardinal, der als Vertreter von Papst Franziskus fungierte, nahmen zahlreiche hohe staatliche und kirchliche Würdenträger an der Zeremonie teil, die bei strahlendem Sonnenschein festlich begangen wurde. Geladen waren auch die Arnsteiner Patres Olav Müller, Arne Kirsebom und Provinzial Heinz Josef Catrein, die alle einmal in St. Olav als Priester gewirkt hatten. Pater Heinz Josef Catrein schildert hier seine Eindrücke von der neuen Kathedrale und erzählt etwas über die Geschichte von Kirche und Bistum in Trondheim.


Im Jahre 1986 kam ich nach Trondheim, um nach dem Willen meiner Oberen die Reihen unserer Mitbrüder in Norwegen zu verstärken. In Trondheim fand ich Aufnahme, lernte die Sprache und feierte Gottesdienst in einer sehr modernen Kirche aus Glas und Stahl – der damaligen St. Olav Kathedrale. Die Kirche war damals erst 15 Jahre alt, aber schon zu klein. Niemand hatte die Flüchtlingswelle der 70er Jahre vorhersehen können. Im Hochamt fanden längst nicht alle einen Sitzplatz und beim nachfolgenden Kirchenkaffee war es ebenfalls eng. Schlimmer aber waren technische Mängel, die sich unmittelbar nach Inbetriebnahme zeigten: An vielen Ecken tropfte Wasser in das Gebäude, Stahl rostete, die Mörtelfugen zwischen den Glasbausteinen bröselten. Im Winter war der „Glaskasten“ ein Kühlschrank, im Sommer ein Treibhaus. Der Ruf nach einer neuen Kirche wurde schnell laut, denn die Gemeinde wuchs unaufhörlich. Aber die Geduld der Gemeinde wurde doch auf eine harte Probe gestellt. Am 19. November  2016  konnte die neue Kirche endlich eingeweiht werden.


Es war nun eine andere Kirche. Wer über den Fluss in das Stadtzentrum hineinfährt, sieht heute eine altchristliche klassische Basilika; wer die Kirche betritt, ist überrascht, einen weiten, modern gestalteten Kirchenraum vorzufinden, der zur Verwunderung einiger Betrachter mit Kult- und Kunstgegenständen ausgestattet ist, die anderen Zeiten entstammen und nicht ganz zum Stilempfinden unseres Jahrhunderts zu passen scheinen. Aber das Urteil des Schreibers ist nicht entscheidend; er muss sich darin fügen, dass es den meisten Gläubigen so sicher gut gefällt.


2013 begannen die Abrissarbeiten der alten Kirche, drei Jahre später konnte die neue Kirche in Betrieb genommen werden. Es war ein Freudentag: Die Gemeinde konnte aus den engen Kellerräumen der Notkirche ausziehen, der Pfarrer räumte sein Behelfsbüro im ehemaligen Luftschutzraum und vorbei war die Zeit, wo man sich mit tastenden Schritten zwischen Baumaterial und Bauzäunen auf einem spärlich erleuchteten Pfad zum Kirchenkeller hinab wagte.


Am 19. November war die Zeit der Enge und Dunkelheit vorbei. Kräftig schien die Sonne von einem wolkenlosen Himmel und spiegelte sich in den Kupfertüren, vor denen sich die Menschen lange vor der Eröffnung versammelt hatten. Um 12.00 öffnete Cormac Kardinal Murphy-O’Connor, der ehemalige Erzbischof von Westminster die Tür und das Volk strömte hinein. Er kam als Vertreter des Papstes. Trondheims Katholiken erinnerten sich an einen anderen Kardinalsbesuch vor 900 Jahren. Damals kam Nicholaus Breakspeare, ebenfalls ein Engländer als päpstlicher Legat und errichtete das Erzbistum Trondheim. Die Bischöfe der Diözesen, die einst zu Trondheim gehörten waren ebenfalls vertreten: von Tromsö, Island und Aberdeen (die Orkneyinseln gehörten damals zu Trondheim). In Zeiten der Ökumene kamen auch die Bischöfinnen von Oslo und Molde. Der Regierungschef der Provinz Tröndelag vertrat König Harald. Ansonsten bot die gottesdienstliche Versammlung ein treues Abbild der bunten Ortsgemeinde, die heute 7000 Katholiken aus etwa 100 Ländern zählt.


Die Liturgie währte mehr als 3 Stunden. Zunächst erfolgte die Segnung der Kirche mit Weihwasser, nach dem Wortgottesdienst wurden die Reliquien des heiligen Olav im Altar versenkt, der Altar wurde gesalbt, ebenso die Wände. Kerzen wurden auf dem Altar und an den Weihekreuzen entzündet, bevor die Messe mit Gabenbereitung und Hochgebet weiterging. Der evangelische Nidarosdom hatte seinen Knabenchor als musikalische Verstärkung gesendet.

Der gesamte Kirchenbau kostet 12,5 Millionen Euro. Den größten Beitrag hat die Gemeinde selbst aufgebracht, doch ohne finanzielle Unterstützung aus Deutschland hätte die Gemeinde dieses einmalige Großprojekt nicht stemmen können. Insgesamt 4,2 Millionen Euro hat das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken zur Verfügung gestellt. Deutsche Katholiken waren auch in großer Zahl vertreten.


Für unsere Ordensgemeinschaft waren Pater Olav Müller, Pater Arne Kirsebom und Pater Heinz Josef Catrein zugegen. Sie alle haben in St. Olav als Priester gearbeitet. Die Arnsteiner Patres haben eine besondere Beziehung zu Trondheim. 1931 wurde Mittelnorwegen unserer Ordensprovinz als Arbeitsgebiet anvertraut. Von 1932 bis 2009 hatten unsere Mitbrüder als apostolische Präfekten, apostolische Administratoren oder Bischöfe die Leitung des Bistums inne. 1953 wurde Pater Johannes Rüth zum Bischof von Trondheim ernannt, ihm folgten die Pateres Dr. Gerhard Schwenzer und Georg Müller. Ältester „Arnsteiner“ am Weihetag war Pater Olav Müller. Der heute 92-jährige verkörpert ein Stück mittelnorwegische Kirchengeschichte, und er ist einer der wenigen, der die beiden Vorgängerkirchen der heutigen Kathedrale noch erlebt hat. Er begann seinen Dienst als Priester in der ersten Kirche, die aus einem umgebauten Lokomotivschuppen hervorgegangen war. Sie musste der Kirche von 1973 weichen, die dann 40 Jahre später ebenfalls abgerissen wurde. Der neuen Kathedrale in Trondheim wünschen alle eine deutlich längere Lebenszeit. Der Optimismus in der Gemeinde ist groß. Sie wächst im Augenblick unaufhörlich und die im Weltmaßstab kleine Gemeinde hat doch ein Zeichen der Hoffnung gesetzt. Die letzte Kathedrale in Europa war vor 10 Jahren gebaut worden. Der Verfasser wünscht ihr Gottes Segen.


Heinz Josef Catrein SSCC


Die jüngsten wagen sich in die KircheDie evang. Pfarrerin des Nidarosdom überreicht dem kath. Pfarrer ihr GeschenkP. Olav im Gespräch mit norwegischen Domikanerinnen. Die Kopfhörer ermöglichen einen Dialog trotz seiner starken Schwerhörigkeit Wiedersehen zwischen P. Arne und ehemaligen vietnamesischen PfarrkindernWarten auf Einlass vor der Kirche



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