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Oktober 2007

Der oder das Kosovo?

Bergkapelle

Bericht der jugendlichen Teilnehmer eines Workcamps im Kosovo

Vom 23. Juli bis zum 3. August 2007 waren P. Wolfgang Jungheim und P. Ludger Widmaier mit 7 Jugendlichen und 5 weiteren Erwachsenen zu einem Workcamp in den Kosovo gefahren. Es ging darum, der Gemeinde St. Katharina in Peja bei der Gestaltung eines Freizeitgeländes für Kinder und Jugendliche zu helfen. Der Kontakt war durch die Flüchtlingsarbeit von P. Wolfgang und das Lahnsteiner Treffen vor dem Weltjugendtag in Köln zustande gekommen. Vier jugendliche Teilnehmer berichten von ihren Eindrücken.

 

30 Stunden Fahrt! Das hört sich anstrengend an. – Ist es auch! Ob sich eben diese gelohnt hatte oder nicht, konnten wir bei unserer Ankunft in Prishtina, der Hauptstadt, natürlich noch nicht wissen.

Auch der erste Eindruck von Peja, unserem eigentlichen Reiseziel, konnte hier keine hundertprozentige Klarheit bringen. Was natürlich nicht heißen soll, das Peja nicht schön ist; vielmehr waren wir einfach zu geschafft, um uns ein eindeutiges Bild verschaffen zu können.

Doch mit jedem Tag lernten wir die Stadt besser kennen und schätzen. Uns war von Anfang an klar, dass unser Reiseziel in einem Land liegt, das sich im Aufbau befindet und daher kaum mit unseren Standards vergleichbar ist. Dennoch hat Peja seinen ganz eigenen Charme; es gibt viele Geschäfte und Cafés, von denen einige durchaus mit unseren mithalten können.

Überall sieht man junge Menschen, und Hunderte von Autos füllen die Straßen, wobei der Fahrstil der Kosovaren eher eigenwillig ist. Die wichtigste Verkehrsregel hierbei: Der Stärkere siegt.

Trotzdem ist die jüngere Vergangenheit des Landes noch überall gegenwärtig, schon auf unserer Fahrt sahen wir viele zerstörte oder nur teilweise wieder aufgebaute Häuser. Betroffen machten uns vor allem die Kinder, die auf den Straßen bettelten. Sie gehören hauptsächlich den ethnischen Minderheiten – den Sinti und Roma vor allem – an, die in den ärmsten Verhältnissen leben müssen. Traurig war auch der verwahrloste Zustand der meisten auf der Straße lebenden Tiere.

Einen großen Teil unseres Aufenthaltes verbrachten wir in Rugova, in den Bergen, die nach dem mittlerweile verstorbenen Präsidenten benannt wurden, der durch seine friedlichen Versuche, den Kosovokonflikt zu klären, hohes Ansehen erlangt hatte.

Dort in der pittoresken Landschaft sollten die Hütten gebaut werden, für die wir im Voraus erfolgreich Geld gesammelt hatten. Glücklicherweise hatten wir beim Bau tatkräftige Unterstützung vonseiten der Kosovaren und vor allem der Jugendlichen des dortigen Jugendzentrums, denn schon aufgrund der Hitze (36° C) hätten wir allein keine Chance gehabt.

Aber schon nach einigen Tagen war die Arbeit geschafft (was vor allem Danjeli zu verdanken ist, der die Leitung übernahm). Nun stehen in der Nähe der erst vor kurzem errichteten Bergkapelle vier Holzhütten, die genügend Platz bieten, um dort sogar mit einigen Leuten zu schlafen, was sogleich eine Gruppe mutiger Jugendlicher (nicht wir) ausprobierte.

Während unseres Aufenthaltes blieb uns also genug Zeit, um Kontakte mit den einheimischen Jugendlichen zu knüpfen. Und diese haben wir auch genutzt.

Wir haben viele der Jugendlichen aus dem Jugendzentrum kennengelernt und hatten sehr viel Spaß. Vor allem aber haben wir eine Freundschaft zu den Jugendlichen des Deutschkurses und dessen Leiterin Florentina Tishuki aufgebaut. Sie haben uns nicht nur die Stadt gezeigt, sondern auch in ihre eigenen Häuser und Familien eingeladen. Wir haben gemeinsam gesungen, getanzt und gelacht. Diese Freundschaften machten den Abschied natürlich besonders schwer, was einige Fotos von uns mit von Tränen leicht geröteten Augen beweisen können.

Wir können nun also von ganzem Herzen sagen: Wir hatten eine wunderschöne Zeit, in der wir vielen Menschen begegnet sind, die uns trotz der kurzen Zeit sehr ans Herz gewachsen sind in ihrer offenen und warmherzigen Art. Alles, was wir uns von der Fahrt erhofft hatten, ging in Erfüllung, daher möchten wir an dieser Stelle einfach noch mal Danke sagen:

Danke Engelbert (dem Leiter des dortigen Jugendzentrums).

Danke Florentina.

Danke natürlich Pater Wolfgang Jungheim, ohne den wir nie in den oder das (man kann natürlich beides sagen) Kosovo gefahren wären.

Danke an unsere Gruppe und das Leitungsteam.

DANKE an alle Jugendlichen im Jugendzentrum, ihr seid die Besten.

 

Von Stephanie Krämer, Laura Jussen, Nadja Laumann und Lasse Siefert.



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