Apostel
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Weitere Themen
Zeitschrift der Arnsteiner Patres Ausgabe 2/2018
Geistlicher Wegbegleiter
»Die Welt ist Gottes so voll.«
Rückblick auf die Geschichte
von Kloster Arnstein – Teil 2
Aus welcher
leben wir?
Hoffnung
Impressum Apostel (ISSN 1611-0765)
Herausgeber: Provinzialat der Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens (Arnsteiner Patres e. V.) • Kardinal-von-Galen- Straße 3 • 59368 Werne
Telefon: 0 23 89 97 01 50 • Fax: 0 23 89 97 01 27 • E-Mail: provinzialat@sscc.de • Internet: www.arnsteiner-patres.de
SSCC ist die Abkürzung der Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen, in Deutschland als Arnsteiner Patres bekannt.
Redaktion: Heinz Josef Catrein SSCC (verantw.) • Kerstin Meinhardt • Thomas Meinhardt • Ludger Widmaier SSCC
Weitere Mitarbeitende dieser Ausgabe: Manfred Kollig SSCC, Berlin • Hans-Ulrich Willms SSCC, Münster
Verlag: Meinhardt • Magdeburgstraße 11 • 65510 Idstein • Tel.: 0 61 26 9 53 63-0 • Fax: 0 61 26 9 53 63-11 • E-Mail: info@meinhardt.info • Internet: www.meinhardt.info
Erscheinungsort: Werne Auflage: 5.100 Exemplare Papier: 100 % Recyclingpapier Umschlag: Titel: © ipopba – iStock.com; Rückseite: © Manfred Kollig SSCC
Bildnachweise: Auf den Doppelseiten, auf denen die Abbildungen Verwendung finden; Bilder ohne Nachweis: Archive der Ordensgemeinschaft und der Firma Meinhardt
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht in jedem Fall die Meinung von Herausgeber und Redaktion wieder. Für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos
kann keine Haftung übernommen werden.
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Pater Martin Königstein zum
neuen Provinzial gewählt
Werne: Am 5. April hat das Pro-
vinzkapitel der Arnsteiner Patres
turnusgemäß eine neue Provinz-
leitung gewählt. Pater Martin
Königstein war bisher Stellver-
treter des Provinzials und Supe-
rior des Konventes der Arnstei-
ner Patres an der Citykirche in
Koblenz. Zuvor lebte und wirkte
er viele Jahre in Chile. In den
Rat und damit in die Provinzlei-
tung wählte das Kapitel zudem
den bisherigen Provinzial Pater Heinz Josef Catrein,
Pater Arne Marco Kirsebom, Pfarrer in Norwegen,
und Pater Manfred Kollig, Generalvikar im Erzbis-
tum Berlin.
Neben den Wahlen wurde auf dem Kapitel vor
allem über die geistliche Ausrichtung der Ordens-
gemeinschaft gesprochen, über die aktuelle Lage
der Provinz diskutiert und darüber, was notwendig
ist, um unserer Sendung in Deutschland gerecht
zu werden. Aus dieser Reflexion entstand das ge-
meinsame Grundsatzdokument »Unsere Hoffnung«,
das wir in dieser Ausgabe vorstellen.
Viel diskutiert wurde auch über die Zeit nach dem
Wegzug von Kloster Arnstein. Die »Familie SSCC«
soll nicht alleingelassen werden. Deshalb beschloss
das Kapitel eine Arbeitsgruppe aus Mitbrüdern und
Laien einzurichten, die unser Charisma und unsere
Spiritualität in zeitgemäßer Form vorstellt, Gottes-
dienste, Wallfahrten, Einkehrtage und andere religiöse
Veranstaltungen anbietet. (Näheres hierzu findet
sich auf S. 20 und folgende)
Oasentag in Kloster Arnstein
»Der Herr segne und behüte dich« lautet das Thema
am 8. September von 9.30 bis 16.30 Uhr.
Referierende: Theresa Zimmer, Pater Bernhard
Borne feld SSCC, Pater Peter Harr SSCC
Anmeldung bitte bis zum 29. August:
Kloster Arnstein, 56379 Obernhof (Lahn), Telefon:
0 26 04 9 70 40, E-Mail: kloster.arnstein@sscc.de
Monatliche Treffen in Münster
Geistliche Impulse, Meditation und Stille bilden
den Schwerpunkt der Früh- und Spätschichten, zu
denen alle Interessierten herzlich willkommen sind.
Anschließend lädt die Kommunität zum Zusammen-
sein ein.
Die nächste Frühschicht findet am Montag, dem 9. Juli
um 6.45 Uhr; die nächste Spätschicht am Donners-
tag, dem 12. Juli um 19.00 Uhr statt. Am 12. Juli
laden wir anschließend herzlich zum Sommer fest ein!
Ort: Arnsteiner Patres, Bohlweg 46, 48147 Münster,
Telefon: 02 51 48 25 33
Weitere Veranstaltungshinweise, Nachrichten und unsere wöchentlichen Impulse: www.arnsteiner-patres.de
Sonnenanbeter
Jetzt ist sie da, die Zeit der Sonnenanbeterinnen und -anbeter. Sie
ziehen hinaus ins Grüne, und das Zeremoniell beginnt: Der Rund-
umblick, um zu sehen, wer in der Nähe ist; das Ausbreiten einer
bunten Decke, das Ablegen der Kleidung bis auf einen spärlichen
Restbestand; das Hervorkramen der Sonnenbrille und das Ein-
cremen mit Sonnenmilch. Es ist fast schon eine kleine Liturgie.
So liegt man dann in der Sonne, fühlt, wie der Körper die Wärme
in sich hineinlässt, wie Leib und Seele entspannen – ja, bis zu dem
Augenblick, in dem eine winzige Ameise sich erdreistet, das
menschliche Riesengebirge zu erklimmen, und an der Ferse be-
ginnt. Nichts ist eben vollkommen!
Die modernen Sonnenanbeterinnen und -anbeter denken bei ihrem
sorgfältig vorbereiteten Sonnenbad wahrscheinlich an alles andere
als an Gott. Doch ohne es zu wissen, haben sie sich eingereiht in
die riesige Schar derjenigen, für die die Sonne etwas so Wichtiges
war, dass man ihr göttliche Ehre erwies. Steinzeitliche Höhlen- und
Felszeichnungen zeigen bereits Menschen, die mit erhobenen
Armen vor der Sonne tanzen, Ägypten verehrte den Sonnengott Re,
in der Kunst der Germanen und Kelten war das Sonnenrad ein be-
liebtes Motiv. Das Geburtsfest Christi ist die Wintersonnenwende.
Mit ihr kommen das Licht und die Wärme zurück.
Ohne die Sonne gäbe es kein Leben auf Erden. Dies ist eine mensch-
liche Urerkenntnis. In ihrem Glanz fühlen wir uns wohl, aber auch
irgendwie klein und demütig. Welche Macht zeigt sich in diesem
Himmelsgestirn? Es steht für lebensbewahrende Kräfte, die wir mehr
erahnen als begreifen. Für uns Christen ist die Sonne ein wunderba-
res Symbol für Jesus Christus. Die irischen Sonnenkreuze verbinden
das vorchristliche Symbol der Sonne mit dem christlichen Zeichen
unserer Erlösung. Eine geniale Verschmelzung!
Genießen Sie die Sonne des kommenden Sommers; betrachten Sie die
Sonne mit der Haltung eines Menschen, der für das Geheimnis des
Lebens offen ist; denken Sie an Jesus Christus, der sagt: »Ich bin das
Licht der Welt.«
Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer –
ohne Ameisen an der Ferse und anderswo.
Pater Heinz Josef Catrein SSCC
Verantwortlicher Redakteur des »Apostel«
© Dirima – iStock.com
Arnsteiner Abende
Pater Alfons Spix SSCC – Tod für Brot
Am Donnerstag, dem 9. August um 20.00 Uhr,
laden wir zu Vortrag und Gespräch in den Pilger-
saal von Kloster Arnstein. Der Diplom-Theologe
Stefan Diefenbach wird über den ehemaligen
Superior von Kloster Arnstein, Pater Alfons
Spix, sprechen, der als Schutzhäftling 29 126 im
KZ Dachau am 9. August 1942 verstarb.
»Wenn die Soldaten …«
Lieder und Texte zum 1. Weltkrieg
Am Donnerstag, dem 13. September um 20.00 Uhr,
laden wir ein in den Pilgersaal von Kloster Arn-
stein. Vom Hurra-Patriotismus der ersten Kriegs-
jahre bis zu Antikriegslyrik und Totenklage reicht
die Bandbreite der überlieferten Lieder. Jürgen
Thelen und Andreas Krall haben daraus einen
musikalisch und emotional abwechslungsreichen
Abend mit Liedern und Texten zusammen gestellt.
Citykirche in Koblenz
»meet up«
Am Sonntagmorgen des 19. August lädt die City-
kirche um 10.30 Uhr zu einem besonderen Be-
gegnungstreffen ein. In lockerer Runde versam-
meln wir uns an Stehtischen in der Kirche und
tauschen uns zu einem biblischen Text mitein-
ander aus. Nach einer kleinen Stärkung und
einer anschließenden Zeit der Stille und des
Gebets sammeln wir die Ideen und Gedanken
ein, die miteinander in den kleinen Stehtisch-
gruppen geteilt wurden.
Ökumenische Bibelabende
Immer dienstags vom 28. August bis zum
25. Septem ber laden wir alle Interessierten
jeweils um 19.00 Uhr in den Gruppenraum der
Citykirche ein.Im Mittelpunkt dieser Bibelwo-
chen, zu denen auch ein Arbeitsbuch und Teil-
nahmehefte angeboten werden, steht in diesem
Jahr das Hohelied der Liebe. Die Abschnitte
aus dem Hohelied werden für fünf Abende fach-
gerecht und verständlich ausgelegt.
Die Abende werden begleitet von:
Dienstag, 28. August: Prädikantin Carmen
Weinowski und Pfarrer Michael Frevel
Dienstag, 4. September: Pfarrer Ralf
Staymann und Pfarrerin Birgit Becker
Dienstag, 11. September: Pfarrer Ralf
Staymann und Pater Xavier Manickathan
Dienstag, 18. September: Dekanatsreferentin
Christiane Schall und Pfarrer Christoph Funke
Dienstag, 25. September: Pfarrer Stephan
Wolff und Pfarrer Christoph Funke
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2/2018
Aus welcher Hoffnung leben wir?
Wenn Menschen ins Gesprächen kommen
und vom Zustand unserer Gesellschaft
und der Kirche die Rede ist, macht sich
nicht selten ein Gefühl von Mutlosigkeit
breit. Vieles hat sich in den letzten Jahr-
zehnten anders entwickelt als gedacht.
Die eigenen Kräfte schwinden. Die weitere
Entwicklung ist absehbar, sich dagegen
zu stemmen hat keinen Sinn, eine Ver-
änderung zum Guten oder gar Neues ist
nicht in Sicht. Wer jetzt noch Hoffnung
verbreitet, muss ein Narr sein
Auch die Arnsteiner Patres sind dadurch
herausgefordert, dass das, was die Gemein-
schaft und die einzelnen Brüder gedacht,
geglaubt oder gewünscht haben, sich nicht
eingestellt hat und die persönlichen und
gemeinschaftlichen Möglichkeiten in den
letzten vier Jahrzehnten geringer geworden
sind. So ist die Zahl der Mitbrüder von 170
im Jahr 1977 auf 42 im Jahr 2017 gesunken.
Der Altersdurchschnitt hat sich um etwa
20 Jahre erhöht. Die Ordensgemeinschaft
hatte früher zwei große Schulen, an denen
viele Brüder unterrichteten. Heute existie-
ren keine eigenen Werke mehr. In der Seel-
sorge in Pfarreien, in Krankenhäusern und
Altenheimen sind nur noch wenige Brüder
tätig. Eingebettet ist diese Entwicklung in
eine Situation, in der die Kirche in Deutsch-
land ebenfalls an Kraft und Wirkmächtig-
keit verliert. Diese Realität deutlich vor
Augen haben die Brüder beim letzten Pro-
vinzkapitel gemeinsam über die Zukunft
ihrer Gemeinschaft beraten. Die dabei dis-
kutierten Gedanken finden sich in dem
Grundlagenpapier »Unsere Hoffnung«, das
auch für Menschen außerhalb der Ordens-
gemeinschaft Impulse für Auseinanderset-
zung mit der Frage bietet, aus welcher
Hoffnung wir leben. Wir dokumentieren
es hier in Auszügen: