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Impuls zum 4. Sonntag im Jahreskreis – 29. Januar 2023

Zef 2,3; 1Kor 1,26–31; Mt 5,1–12a

Die wörtliche Übersetzung der ersten Seligpreisung „Selig, die arm sind im Geiste“ habe ich aus meiner Jugendzeit noch im Ohr; und ich erinnere mich auch an die respektlosen Witze, zu denen uns diese Formulierung verleitete. Darum ist die modernere Übersetzung  „die arm sind vor Gott“, die den Sinn zutreffend interpretiert, mehr als gerechtfertigt. Derjenige, der „arm vor Gott ist“, ist jemand, der alles, was er hat und was er an Gutem vollbringen kann, als ein Geschenk Gottes ansieht und sich daran erfreut. Ein Muster solcher  Einstellung ist Jesu Mutter, die den Sinn ihres Lebens darin sah, auf Gottes große Liebe zu antworten. Mit inniger Dankbarkeit singt Maria im Magnifikat: „Der Herr hat Großes an mir getan“.

Die letzte der Seligpreisungen erinnert uns Christen daran, dass Jesus das Zentrum unseres Glaubens ist und unser großes Vorbild. Je mehr wir ihn nachahmen, desto mehr werden wir am gottmenschlichen Geheimnis seines Lebens, seines Leidens und seiner Freude teilnehmen. Die Einstellungen, die Jesus beschreibt, entspringen offensichtlich aus einer tiefen, liebenden Beziehung zu Gott.  Er lädt uns ein, unsere Herzen für Gottes Liebe zu öffnen und mit dem Herzen Gottes zu fühlen und zu lieben. Und das heißt: zu hungern und zu dürsten nach Gerechtigkeit, weil wir uns danach sehnen, dass die Welt seiner Intention gemäß gestaltet wird: eine Lebenswelt, in der alles blüht, in der die Talente jedes Einzelnen dem Leben aller zu Gute kommen. Die arm sind vor Gott, werden barmherzig sein, weil sie lernen, mit den Augen Gottes zu sehen und mit seinem Herzen zu fühlen. Die Barmherzigen, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, werden auch die wahren Friedensstifter sein, weil ihr Mitgefühl Vertrauen schafft; und so können sie andere dafür gewinnen, sich für das Wohl aller einzusetzen.

Wo, meine Freunde, finden wir solche Menschen, die Jesus seligpreist?  Im Himmelreich? Gewiss wird es sich lohnen, die Lebensbeschreibungen vieler Heiligen zu betrachten. Aber auch überall  in unserer heutigen Welt finden wir sie, und zwar nicht nur unter den Christen. Wie viele Menschen setzen sich ein für Gerechtigkeit und Frieden in der Welt, für die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt, die Rettung der Erde als unser gemeinsames Haus, wie es unser Papst Franziskus allen Menschen guten Willens so dringlich ans Herz legt.

Viele tun das als Einzelne oder in den Familien, viele schließen sich Organisationen an. Von denen, die ich kenne, schätze ich unter denen, die eine deutschsprachige Website haben, besonders: Amnesty International,  Ärzte ohne Grenzen  und  German Doctors.  

Schaut mal in die Website dieser Institute im Internet rein, wenn Ihr sie noch nicht so genau kennt.

Auch für solche Leute, die sich für das Wohl anderer, für Gerechtigkeit und Frieden, sowie für die Bewahrung unseres blauen Planeten und seiner Artenvielfalt einsetzen, gelten die Seligpreisungen Jesu. Auf oft erstaunliche Weise setzen sie ihre Fähigkeiten ein. Und solche Menschen gibt es in der bunten Vielfalt unterschiedlicher Hautfarben, Nationalitäten, Kulturen, Religionen, Frauen und Männer, Junge und Alte, Reiche und Arme.

Was diese Menschen besonders macht, ist nicht ihre Intelligenz, ihr Talent, ihre Bildung, ihr Beruf oder ihre Sprache, sondern dass sie – wie Jesus und Maria – ihr Leben angenommen haben als Berufung zu vollem Menschsein, als Möglichkeit, Gottes grenzenlose Liebe zu empfangen und weiterzugeben. 

Jesus, unser Bruder und Freund, bilde unser Herz nach Deinem Herzen. – Amen

Impuls von Pater Harald Adler SSCC

► Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.


► Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.


► Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.


► Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.


► Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.


► Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.


► Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.


► Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.


► Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.


Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.

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