Charleroi

Niederlassung der deutschen Provinz in Belgien

Charleroi ist eine in Deutschland wenig bekannte Stadt, aber sie ist mit 300.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Belgiens. In der Vergangenheit prägten Kohle- und Stahlindustrie  das Gesicht der Stadt und schufen Arbeitsplätze und Reichtum. Davon ist heute nicht mehr viel übrig. Mit der Schließung der Zechen und der Stilllegung der Hochöfen verarmte die Stadt, die heute große Probleme hat, diese Strukturkrise zu meistern.

Die Stadt beherbergt eine kleine Gemeinschaft belgischer  Mitbrüder unser Ordensgemeinschaft.  Ursprünglich bildeten die französisch sprechenden Belgier eine eigene Provinz,  aber als diese immer kleiner wurde, schlossen sie sich der deutschen Ordensprovinz an. Die letzten Mitbrüder leben in Charleroi. Sie wählten damals bewusst diese verarmte Stadt und ließen sich im berüchtigten Bahnhofsviertel nieder. Mit engagierten Laien bauten sie die alte Pfarrkirche St. Antoine zu einem Ort der Begegnung aus. Die Kirche war immer  offen.  Besucher fanden hier immer einen Gesprächspartner und der „Tippelbruder“ der in der letzten Bank schnarchte, wurde auch nicht herausgeworfen.  Täglich traf man sich zur Eucharistiefeier oder zur Anbetung.

Unsere drei  Mitbrüder in Charleroi  sind heute alle über 75 Jahre alt. Sie haben kein „Amt“ mehr, aber sie dienen weiterhin der örtlichen Kirche, indem sie Gottesdienste halten, in der Kirche beim „Empfangsdienst“  dabei sind, oder bei den vielen kirchlich geprägten Hilfsorganisationen still und selbstlos mitmachen.