
Impuls zum zweiten Sonntag der Osterzeit
12. April 2026
Evangelium: Johannes 20,19–31
So will ich mir die Begegnung aus dem heutigen Evangelium nicht vorstellen: Jesus zeigt die Wunde, die ihm der Soldat bei der Kreuzigung zugefügt hat, und ein sehr angestrengt schauender Thomas steckt seinen Zeigefinger zentimeterweit hinein. Dramatisch und ziemlich drastisch hat Michelangelo Caravaggio diese Szene 1602 in einem Gemälde verewigt. Allerdings: Ob es sich so – oder vielleicht ganz anders – zugetragen hat, verschweigt der Evangelist Johannes. Jesus lädt Thomas zwar ein, den Finger in die Wunde zu legen; ob das aber geschieht, verrät er uns der Text nicht. Vielleicht ist Caravaggio mit seinem Bild doch über das Ziel hinausgeschossen.
Wahrscheinlich hat diese Berührung gar nicht stattgefunden, wenn sie denn überhaupt möglich gewesen wäre bei einem Jesus, der wie ein Geist durch verschlossene Türen gehen kann. Aber auch ohne diese äußerliche Berührung bleibt diese Begegnung für Thomas nicht folgenlos. Offenbar ist er durch die Nähe zu Jesus zutiefst innerlich berührt, dass er ausruft: „Mein Herr und mein Gott!“
Mit den kleinen Prinzen aus Antoine de Saint Exupérys Erzählung könnte man sagen: Das Wesentliche ist mit den Augen nicht zu sehen und mit den Händen nicht zu begreifen, denn „man sieht nur mit dem Herzen gut.“
Was nach dem schrecklichen Ende des Karfreitags mit dem leeren Grab am Ostermorgen begann, hat den Glauben und die Hoffnung genährt, dass jenseits des Todes von Gott her neues Leben möglich ist.
Peter Wegener

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