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Wandbild von Cerezo in der Kathedrale von Sao Felix – Brasilien

Impuls zum Osterfest

5. April 2026

Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht!
Geht und sagt meinen Brüdern,
sie sollen nach Galiläa gehen
und dort werden sie mich sehen.

Matthäus 28,1–10

Warum nach Galiläa? Die meisten anderen Erzählungen, die in den Evangelien-Texten von der Erfahrung mit dem Auferstandenen berichten, haben Jerusalem oder seine Umgebung als örtlichen Hintergrund.

Galiläa ist der Ort, wo alles angefangen hat. Da, am Ufer des Sees, sind sie ihm zum ersten Mal begegnet, hat sein Wort sie getroffen und ihnen Perspektiven eröffnet, an die sie nie gedacht hätten. „Das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an diese frohe Botschaft.“ Und sie waren mit ihm gegangen, hörten und sahen, wie das Reich Gottes in ihm und mit ihm Wirklichkeit wurde. Aber sie verstanden noch nicht. So kamen sie nach Jerusalem und da brach alles zusammen. Man hat ihn verhaftet und kurzen Prozess mit ihm gemacht. Schmachvoll endete er am Kreuz und mit ihm starb all ihre Hoffnung. Immer noch galt, was Jesus sie vor einiger Zeit gefragt hatte: „Versteht ihr immer noch nicht?“ (Markus) oder „Was ich tu, das versteht ihr jetzt noch nicht.“ (Johannes)

Um zu verstehen, müssen sie noch einmal an den Anfang, da wo alles begonnen hat und mit der Erfahrung des Kreuzes und des Todes, des Scheiterns konnten sie entdecken, wie schon auf dem ganzen Weg mit Jesus etwas Neue in ihnen keimte und wuchs. Wie ein Samenkorn, das in die Erde fällt und keimt und wächst, wie Hefe, die den ganzen Teig verwandelt.

Aber Galiläa ist nicht nur der Ort, wo alles begann. Es ist ihr Alltag, das gewöhnliche Leben. Im Kapitel 21 des Johannes-Evangeliums sagt Simon Petrus zu den anderen Jüngern: „Ich gehe fischen.“ Sie antworteten: „Wir gehen mit“. Sie waren nach der Erfahrung des schmachvollen Todes Jesu wieder in ihrem Alltag angekommen und erlebten noch einmal den “wunderbaren Fischfang“ (vergleiche Lukas 5,6 und Johannes 21).

Der Auferstandene hatte Mühe sich ihnen zu erkennen zu geben in den gewöhnlichen Dingen das Alltags, es bedurfte der Achtsamkeit des Lieblingsjüngers, der sagte: „Es ist der Herr.“ Auferstehung, neues Leben, Reich Gottes im Alltag, die Zukunft des Reiches Gottes hat begonnen und streckt sich in unserer Hoffnung aus, hin zu dem, der mit uns geht, der uns voran geht, der schon mit dem Vater einsgeworden ist in der Kraft des Geistes und für uns Weg, Wahrheit und Leben ist.   

Die Menschen, die wir im Bild von Cerezo (oben) betrachten können gehen mitten in ihrem Alltag – das Kreuz tragend und verwandelnd – dem Auferstandenen nach. Sie haben große Hände und starke Füße, sie stehen mitten im Leben und öffnen ihr Leben und entdecken in ihm immer wieder Auferstehung.

Ihnen gesegnete und hoffnungsvolle Ostern.

Martin Königstein SSCC


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