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Impuls zum 11. Sonntag im Jahreskreis

16. Juni 2024 – Evengelium: Mk 2,23–3,6

Hab Mut!

Jedes Mal freue ich mich, wenn ich das Evangelium vom Sämann lese. Es macht Mut. Mut an einer Stelle, an der wir sehr verwundbar sind: unserer Neigung zu resignieren. Es gibt so viele Gründe, den Mut sinken zu lassen, Gründe, die schwer sind von Erfahrung.

Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät.

Was will uns dieses Gleichnis sagen?

Vor der Ernte kommt die Saat. Wer Frucht einsammeln will, muss zuerst austeilen. Wer bekommen will, muss geben – und das nicht zu knapp. Großzügig aussäen, aus dem Vollen aussäen. Natürlich haben wir nicht unbegrenzt, aber wir haben viel mehr, als uns oft bewusst ist.

Stellen wir uns einen Bauern vor, der beim Säen anfängt zu zählen, der das Säen unterbricht und sich fragt: „Wie viele Samenkörner kann ich mir noch leisten?“ So einer wird auf der Stelle verrückt. Säen, das geht nur großzügig. Und das gilt nicht allein für das Getreide. Das gilt genauso von den kostbaren Saatgütern, mit denen wir es im Leben zu tun haben – Glauben, Vertrauen, Hoffnung, Liebe.

Wie kann da einer erwarten, das zu ernten, was er nicht gesät hat? Manche machen es einem wirklich schwer, sie zu mögen! Und deshalb bekommen sie auch so wenig zurück.

Es gibt viele Gründe, warum eine Ernte mager ausfallen kann und die liegen nicht immer in unserer Verantwortung. Für den steinigen Untergrund können wir nichts. Für die Dornen können wir nichts. Für die Vögel, die eifrig Saatkörner wegpicken, können wir nichts. In unserer Verantwortung aber liegt, wenn wir wenig ernten, weil wir knauserig und mickrig ausgesät haben.

Was wir von Jesus lernen können: Geben, geben ohne zu zählen, was aufgeht und was ich dafür bekomme.

Fazit des Evangeliums:  Nicht Schwarzmalen und nicht Schwarzsehen. Säen, wachsen und sich entfalten lassen. Nicht meinen, wir müssten jedes Hälmchen persönlich begleiten. „Auch im Winter wächst das Korn.“

Das Säen nicht verwechseln mit dem Ernten. Mit Gelassenheit und Vertrauen anderen überlassen, das zu ernten, was wir gesät haben – so wie wir mit Selbstverständlichkeit ernten, was andere gesät haben.

Säen ist Geben ohne zu zählen, auch wenn vieles nicht aufgeht.

Dazu will das Evangelium uns  Mut machen.

Und Mut haben heißt auch: die Angst, die Skrupel, den Perfektionismus, übertriebenes Verantworlichkeitsgefühl, Allmachtsfantasien „zum Teufel jagen“ – das tun, was dran ist, so wie es uns möglich ist, und alles andere Gott überlassen.

Hab Mut!

 

Impuls von Pater Hans-Ulrich Willms SSCC            

 

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